Kinoprogramm
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Rock N Rolla(RocknRolla, Großbritannien 2008, FSK: 16, 114 min.) Komödie Krimi Hier läuft dieser Film! Kurzbeschreibung:
Er ist der Mann, an dem in London niemand vorbei kommt: Als Gangster der alten Schule hat Lenny Cole alles und jeden fest im Griff. Er kennt die Regeln, nach denen es läuft, weiß, wen man schmieren muss, und auch die kleinen und großen Fische im Teich. Doch selbst ein so erfahrener Ganove wie Lenny kann nicht verhindern, dass sich die Zeiten ändern, sogar in der Londoner Unterwelt. Denn im Kampf um die Vormachtstellung und jede Menge Geld längst noch ganz andere mitmischen wollen. (j.b.)
Das sagen die Kritiker zu diesem Film:
Zurück zum guten Image
Wie er so da sitzt auf dem Klappstuhl in einem ebenso heruntergekommenen wie kahlen Raum eines abrissreifen Veranstaltungsgebäudes im Süden Londons, um seinen neuen Film "RockNRolla" vorzustellen, wirkt Guy Ritchie befreiter als jemals zuvor. Erst im Nachhinein wird sich herausstellen, dass die Trennung von Popstar Madonna zu diesem Zeitpunkt schon ausgemachte Sache gewesen sein muss. Seine kraftvolle, rebellische und ironische Gangsterkomödie wirkt wie ein Befreiungsschlag und ein starkes Statement zugleich. Ritchie kehrt damit zu seinen Wurzeln, dem von ihm selbst maßgeblich geprägten Genre des nonchalanten britischen Gangsterfilms, zurück. Nach "Bube, Dame, König, grAS", "Snatch - Schweine und Diamanten" und "Revolver" knüpft "RockNRolla" nahtlos an die junge Tradition der düsteren und dreckigen, aber dabei ungemein lebensfrohen Krimikomödie an, die Schauspieler wie Vinnie Jones, Jason Statham und selbst Brad Pitt zu internationalen Stars avancieren ließ.
Dabei versucht Ritchie offenbar alles, um sich von eben jener Kritik zu distanzieren, die nach der erfolglosen Liebeskomödie "Swept Away", die von Beginn an als Auftragsarbeit seiner Ehefrau galt, kein gutes Haar an ihm ließ. Galt der mittlerweile 40-Jährige zuvor als Inbegriff des harten Kerls und wurde als maskuliner Gegenentwurf zu einer anderen britischen Stilikone, dem Fußballstar David Beckham, gefeiert, musste er sich zeit seiner Ehe mit Zweifeln an seiner Durchsetzungsfähigkeit und Mannesrolle auseinandersetzen. So klischeehaft die mediale Gerüchteküche selbst vor sich hin köchelte und bewusst mit Geschlechterstereotypen arbeitete, wirkt "RockNRolla" wie ein offenkundiger Versuch, das verloren geglaubte Image und Rollenverständnis wieder herzustellen. Behilflich sind Ritchie dabei eine Reihe von hervorragenden Darstellern, die sichtlich ihre Freude daran haben, augenzwinkernd und doch testosteronstrotzend das Klischee des starken Mannes zu persiflieren und gleichzeitig zu verteidigen. Gerard Butler, seines Zeichens einer der talentiertesten und motiviertesten britischen Darsteller dieser Tage, mimt den Kleinganoven One Two. Er wird bei einem lukrativ erscheinenden Deal vom Londoner Unterweltboss Lenny (Tom Wilkinson) über den Tisch gezogen und muss nun schnellstmöglich einen Millionenbetrag aufbringen, um nicht um seine Gesundheit zu fürchten. Gemeinsam mit der gewitzten Buchhalterin Stella (Thandie Newton), die kühl und snobistisch als Vertrauensperson der russischen Mafia fungiert, setzt er zum Gegenschlag an. Er will beide Seiten gegeneinander ausspielen und dabei den großen Reibach machen. Auf dem Spiel steht ein Vielfaches seiner Schulden - und das Spiel kennt keine Regeln.
Guy Ritchies Mär rankt sich weniger um die einzelnen Akteure als um die raue Metropole London, die derzeit die weltweit höchsten Immobilienpreise pro Quadratmeter erzielt und damit unlauteren Investorengeschäften Tür und Tor öffnet. "RockNRolla" ist das Portrait einer Stadt, in der die alten (Gangster)Garden von skrupellosen Geschäftemachern mit scheinbar unlimitiertem Vermögen Paroli geboten bekommen und sich im Kräftemessen leicht übernehmen können.
Quelle: teleschau - der mediendienstDie zum Teil wirre Handlung rankt sich um bigotte (finanzielle wie ethische) Wertvorstellungen und die stete Frage, wer die wahren Profiteure in einem unüberschaubaren Moloch mit seinen ganz eigenen Prinzipien sind. Die (ur)alte Idee vom selbstgeschmiedeten Glück nimmt Ritchie ebenso aufs Korn wie Klischees des Hollywoodkinos: Eine Liebesszene dauert bei ihm nur wenige Sekunden, ein Mafiamord geschieht nicht mittels Betonfüßen, sondern mit der Hilfe hungriger Flusskrebse, und Verfolgungsjagden erfolgen nicht motorisiert, krachend und rasant, sondern zu Fuß, hechelnd und zuletzt nur noch außer Atem und in nachfühlbarer Langsamkeit. "RockNRolla" lebt von seinen Figuren und deren ungeschliffenem Witz: Tom Wilkinson brilliert als immer hilfloserer und verbohrterer Leitwolf der alten Schule, der sich als Verbrecherkönig Londons geriert und doch erkennen muss, dass ihm seine einstige Macht trotz aller findiger Erpressungen und sonstiger Untaten unwiederbringlich aus der Hand gleitet. Sein Assistent Archy, der unauffälligste Akteur und doch das Rückgrat der episodisch auseinander- und wieder zusammendriftenden Handlung, wird mit bemerkenswerter Ruhe verkörpert von Mark Strong, bekannt aus "Der Mann der niemals lebte". Ganove One Two (Butler) wird unterstützt von einer überschaubaren Truppe loyaler Kleinkrimineller, dem so genannten "Wild Bunch", die allesamt ihre skurrilen Nöte und ganz und gar menschlichen Bedürfnisse haben, was dem Film in vielen kleinen Momenten seinen besonderen Charme verleiht. Im Mittelpunkt der Geschichte steht jedoch ein Charakter, der erst zum Ende des bunten Wirrwarrs rund um das Leben, das Sterben und die etwas andere Glückssuche in der wohl anachronistischsten Metropole Europas zur vollen Geltung kommt: Der drogensüchtige Rockstar Johnny Quid, tot geglaubter Stiefsohn von Gangsterboss Lenny und gespielt von dem hierzulande weitgehend unbekannten Toby Kebbell, wird zur Schlüsselfigur des urbanen RocknRolls, an dessen Ende eingedenk aller Verworrenheiten die Erkenntnis steht, dass der Tanz des Lebens einem unvorhersehbaren Takt folgt. V:Warner, GB 2008, R: Guy Ritchie, D: Gerard Butler, Idris Elba, Thandie Newton u.a. Quelle: teleschau - der mediendienst |



