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Despereaux - Der kleine Mäuseheld
(The Tale of Despereaux, USA 2008, FSK: 6, 94 min.)
Abenteuer    Trickfilm   

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Kurzbeschreibung:

Der kleine Mäuserich Despereaux ist nicht wie die anderen Mäuse. Dafür sind nämlich nicht nur seine Ohren zu groß, er tut die Dinge auch viel zu gern auf seine ganz eigene Weise. Im ehemals strahlenden und fröhlichen Königreich Dor, in dem mit der Sonne genauso das Lachen verschwunden ist, kann man damit aber eher wenig anfangen, und so wird Despereaux kurzerhand verbannt. Doch für den kleinen, mutigen Mäusemann beginnt damit ein aufregendes Abenteuer voller ganz ungewöhnlicher Helden. (j.b.)


Das sagen die Kritiker zu diesem Film:

Große Helden auf winzigen Füßen
Kleiner Mäuserich - ganz groß: Ein mutiger Nager nimmt sich die großen Ritter der mittelalterlichen Heldensagen zum Vorbild und rettet eine wunderschöne Prinzessin. Der Animationsfilm nach einem beliebten modernen Kinderbuchklassiker kann sich mit den Klassikern des Genres messen.

Dass Despereaux Tillich ein ungewöhnlicher Bursche ist, merken seine beiden Mäuse-Eltern schon bei der Geburt. Anstatt zu plärren, begrüßte er seine Umwelt mit neugierigem, etwas insistierendem Blick. Der kleine Mäuserich mit den wirklich riesigen Ohren kennt einfach keine Angst. Während seine Artgenossen schon bei dem geringsten Geräusch das Weite suchen, stellt sich Despereaux unerschrocken der Gefahr. Und das nicht, weil er wirklich ein großer Held wäre, sondern weil er sich von den Älteren einfach keinen Minderwertigkeitskomplex einreden lassen möchte. Warum auch? Mäusejungen mit einem Herz aus Gold steht bekanntlich die Welt offen. Die liebenswerten Animationsabenteuer von Despereaux versuchen an aktuelle Kinderfilm-Erfolge wie "Ratatouille" oder "Shrek - Der tollkühne Held" anzuknüpfen - und das gelingt ihm mit Bravour.

"Wie jeder weiß, können Ratten nicht sprechen." Mit einer säuselnden Erzählerstimme beginnt die märchenhafte Reise in die Welt von Mäuserich Despereaux und der naseweisen Ratte Roscuro. Es geht in das mittelalterliches Königreich Dor, in dem die Bewohner eigentlich nur eine Sorge kennen: wie sie sich genüsslich den Bauch vollschlagen können. Und schon von Anfang ist klar, dass nicht nur dem Erzähler der köstlichen Geschichte der Schalk im Nacken steckt. Selbstverständlich können die Ratten im Märchen nämlich sprechen - und nicht nur die. Auch in der Mäuserepublik weiß man sich natürlich sehr gewählt auszudrücken.

Wie jedes Jahr fiebern nicht nur die Nager, sondern vor allem natürlich die Untertanen dem großen Suppenfest entgegen, bei dem der königliche Chefkoch wieder einmal eine ganz besonders delikate Kreation präsentieren möchte. Doch diesmal legt sich ein Schatten auf die Festlichkeiten: Durch einen tragischen Unfall - bei dem die etwas vorwitzige Ratte Roscuro nicht ganz unschuldig ist - kommt die Königin ausgerechnet beim Verkosten der neuen Suppe ums Leben. Der König zieht sich verbittert zurück und erlässt ein folgenschweres Edikt: Künftig ist es im gesamten Königreich verboten, Suppen zu kochen. Und alle Ratten werden des Landes verwiesen.

Eine putzige Ratte, die ihre freche Nase in eine Gourmetküche steckt: Moment mal, sind wir wirklich im richtigen Film? "Despereaux - Der kleine Mäuseheld" beginnt tatsächlich mit einer mehr oder weniger respektlosen Vorbeugung vor einem der größten Erfolge, die ein Rattenfilm an den weltweiten Kinokassen erleben durfte. Doch statt auf bekanntem "Ratatouille"-Terrain weiterzumachen, verschiebt sich das Zentrum des Interesses zu einer verwandten, nicht weniger kinoerprobten Spezies: den Mäusen.

Vom voreilig verhängten Bannstrahl auf die Ratten nicht betroffen ist nämlich das Reich der Mäuse, in dem die jungen Zuschauer schon bald den jungen Despereaux ins Herz schließen dürften. Der titelgebende Mäuserich lässt seinen Eltern und seiner Lehrerin die Schnurrhaare zu Berge stehen: Anstatt sich anständig zu fürchten, zeichnet er Bilder von einer Katze, die er zu allem Überfluss auch noch "Flauschi" nennt. "Das ist furchtbar", stöhnen seine Eltern. Die Lehrerin beruhigt: "Niemand ist von Anfang an ängstlich." Die Scheu vor allem Verbotenen und Gefährlichen will sie Despereaux erst anerziehen. Doch der zeigt sich unbelehrbar.

In der königlichen Bibliothek, in die Despereaux eigentlich abkommandiert wurde, um sich an altehrwürdigen Folianten satt zu essen, entdeckt der mutige Mäusejunge die Magie der Literatur: Buchstäblich verbeißt er sich in spannende Rittergeschichten. "Ritterlichkeit, Tapferkeit, Ehrlichkeit" wird zu seinem neuen Wahlspruch. Und eine Möglichkeit, sich zu beweisen, eröffnet sich ihm schneller als er dachte: Er lernt die einsame Königstochter Pea kennen, deren größter Wunsch es ist, dem nach dem Tod ihrer Mutter so öden Schloss zu entfliehen. Doch zarte Mädchen brauchen auch in diesem Märchen eine mutige Maus zur Seite!

Die sympathische Geschichte vom furchtlosen Mäusehelden bietet nicht nur den Jüngsten viel Identifikationspotenzial, sondern den etwas reiferen Begleitern einen geistreichen Wiedererkennungsspaß, spielt der Film doch mit Versatzstücken aus der Weltliteratur und der Artus-Saga im Speziellen. Selbst eingefleischte Film- und Kunstfreunde kommen auf ihr Vergnügen, ist doch der durchtriebenen Anführer der unterirdischen Rattenwelt ein originelles Abbild von Nosferatu, des Urvaters aller Filmvampire, oder der Ratgeber des Meisterkochs ein Gemüsewesen, wie es sich der Manierist Arcimboldo hätte ausdenken können.

Die beiden Regisseure Sam Fell und Rob Stevenhagen konnten sich bei ihrem Animationsfilm auf eine vielversprechende Buchvorlage verlassen. Kate DiCamillos 2003 erschienener Bestseller "Despereaux" hielt sich allein zwei Jahre lang in der Verkaufsliste der "New York Times". Technisch brillant und liebevoll animiert, braucht der Universal-Film den Vergleich mit modernen Zeichentrickklassikern nicht zu scheuen. Was ihm zum Meisterwerk fehlt, wäre eine etwas weniger wirre Handlung, eindeutigere, durchaus noch liebenswertere Sympathieträger und der mutige Verzicht auf die etwas betuliche Erzählerstimme.

Quelle: teleschau - der mediendienst

V:Universal, USA 2008, R: Sam Fell, Rob Stevenhagen

Quelle: teleschau - der mediendienst