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Bedingungslos
(Kaerlighed pa film, Dänemark 2007, FSK: 16, 99 min.)
Drama    Thriller   

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Kurzbeschreibung:

Weil er sich mitschuldig fühlt an einem Autounfall, bei dem eine junge Frau schwer verletzt wurde, besucht der verheiratete Familienvater Jonas sie im Krankenhaus. Doch während Julia hier zunächst im Koma liegt und schließlich nach ihrem Erwachen an Gedächtnisverlust leidet, glaubt ihre Familie, dass Jonas ihr neuer Freund Sebastian ist. Unfähig, das Missverständnis aufzuklären, schlüpft dieser daraufhin in die Rolle des fremden Mannes, die ihm mit der Zeit sogar immer besser gefällt. Zumindest, bis der echte auftaucht... (j.b.)


Das sagen die Kritiker zu diesem Film:

Eine schöne Frau und ein Geheimnis
Ein Mann nimmt die Identität eines anderen an, um einer Frau, die er nicht kennt, nahe zu sein: Ole Bornedals "Bedingungslos" ist ein drastischer film noir, der mit Cleverness sein Genre zelebriert.

Am Anfang steht der Tod. Und die Liebe. Trennen kann das ohnehin niemand. So ist der Anfang auch das Ende von Jonas Geschichte. Einer Geschichte, die "Bedingungslos" ist, die von falschen Identitäten handelt und echtem Verlangen, die süchtig nach Erleben ist und kompromisslos Erwartungen und Wahrnehmungen ad absurdum führt. "Bedingungslos" ist der fünfte Film des dänischen Filmemachers Ole Bornedal ("Nightwatch - Nachtwache", 1994) - ein film noir, der zur Hommage an sein Genre wird und es dabei konsequent auf die Spitze treibt.

Das moderne, kalt und an der Oberfläche strukturiert wirkende Dänemark, wird bei Bornedal von gebrochenen Typen bevölkert, Menschen, die aus dem Alltag fliehen wollen, weil sie Abwechslung und Aufregung suchen. So wie Leichenfotograf Jonas (Anders Wodskou Berthelsen), der ein schmerzhaft normales Leben führt - mit Job, liebender Ehefrau und zwei Kindern. Doch der liebende Ehemann und Vater ist von der Banalität seines Daseins überfordert.

Also flieht er zu Julia (Rebecka Hemse), einer Frau, die nach einem Autounfall ohne Gedächtnis im Krankenhaus liegt. Durch einen Zufall wird Jonas für ihren Freund Sebastian (Nikolaj Lie Kaas) gehalten. Getrieben von Schuldgefühlen und der Sehnsucht, aus seiner Realität auszubrechen, spielt Jonas diese Rolle und entfernt sich nicht nur von seiner Familie, sondern auch von seiner eigenen Identität.

"Eine schöne Frau mit einem Geheimnis ... fängt nicht so jeder film noir an?" - hat Regisseur und Autor Ole Bornedal, der sich zuletzt mit "Alien Teacher" auch als blendender Kinderunterhalter erwies, ins Drehbuch geschrieben. Und beantwortet sie in einem zynischen, düsteren und unerträglich spannenden Meisterwerk, mit unvergesslich drastischen, episch fotografierten Bildern. "Bedingungslos" ist ein cleveres Spiel mit der Wahrnehmung, dessen Regeln für Protagonisten und Publikum gleichermaßen aufgehoben sind.

Also nimmt Jonas eine zweite Identität an, er wird zu Sebastian und taucht in dessen Geschichte ein. Eine Geschichte, die gefährlich ist, eine Geschichte von Tod und Abhängigkeit, eine Geschichte, deren einzelne Kapitel Bornedal in einem souveränen und cleveren Spiel mit Licht und Schatten, mit Liebe und Gefühlslosigkeit, mit Sehnsucht und Gleichgültigkeit in kleinen Stücken und willkürlich scheinender Reihenfolge erzählt. Aber alles hat einen Sinn, das Leben ist ein Kreis. Und so steht am Ende der Tod. Und die Liebe.

Quelle: teleschau - der mediendienst

V:MFA, DK 2007, R: Ole Bornedal, D: Anders Wodskou Berthelsen, Nikolaj Lie Kaas, Rebecka Hemse u.a.

Quelle: teleschau - der mediendienst