Kinoprogramm
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Slumdog Millionär(Slumdog Millionaire, Großbritannien 2008, FSK: 12, 120 min.) Drama Komödie Hier läuft dieser Film! Kurzbeschreibung:
Für Jamal ist es der wohl größte Moment in seinem Leben. Schließlich ist der mittellose Junge aus den Slums von Mumbai nur noch eine einzige richtige Antwort vom ganz großen Geld entfernt. Doch während man hinter den Kulissen von Indiens TV-Show "Wer wird Millionär?" und auch vor den unzähligen Bildschirmen überall im Land rätselt, woher Jamal die unzähligen Antworten weiß, geht es für ihn in Wahrheit gar nicht um die Millionen. Ihm geht es eigentlich nur um eins: die Liebe. (j.b.)
Das sagen die Kritiker zu diesem Film:
Hört auf eure Töchter!
Acht Oscars bedürfen fast keiner Worte mehr. Waren die doch nur ein paar der Auszeichnungen, die Danny Boyles indisches Liebes-Drama "Slumdog Millionär" erhielt. Der britische Regisseur, dem bereits der Kulthit "Trainspotting" gelang, lotet Extremsituationen aus. Kann ein Junge aus dem Slum von Mumbai das unerreichbare Mädchen bekommen, eine riesige Menge Geld gewinnen und ins Happy End tanzen?
Vor allen Dingen, so sagt Boyle, ist "Slumdog Millionär" eine Liebesgeschichte. Dies vergisst man tatsächlich in der ersten Hälfte des Films, da sie so zart und bescheiden am Rande der Story mitläuft. Die Story, das ist in erster Linie das Leben von Jamal Malik (Dev Patel), dem Jungen aus dem Armenviertel. Auch er weiß nicht recht, wie ihm geschieht, als er beim indischen "Wer wird Millionär" auf die letzte Frage zusteuert, die am nächsten Tag gestellt werden soll. Der Moderator (Anil Kapoor) wähnt sich in seiner Arroganz gekränkt und fürchtet, dass ihm sein Überlegenheitsspiel aus den Händen gleitet. Vor dem Showdown, gleichzeitig der Anfang des Films, wird der Kandidat gefoltert, damit er zugibt, wie er bei den Fragen bisher betrogen hat. Hat er nicht. Von der Welt weiß Jamal nicht viel, aber das, was er erlebt hat, hat er nicht vergessen. Seine prägenden Momente fädelt Boyle auf eine Perlenkette auf. Denn jene Stunden der Qual oder des Verlustes sind es, die ihm als Kandidat auf dem "Wer wird Millionär"-Stuhl weiterhelfen. Einfach Zufälle, die Antworten auf Fragen geben. Es ist eine geniale Drehbuchidee. Überraschend und märchenhaft sind die Rückblenden, führen direkt in die wilden und quietschenden indischen Straßen, in die Kindheit und Jugend von Jamal, seinem Bruder Salim (Madhur Mittal) und Latika (Freida Pinto). Das Schöne und das Grausame liegt bei diesem ungleichen Trio nahe beisammen. Lebensfreude und Elend, Liebe und Tod geben sich die Klinke in die Hand.
Weder kannte Boyle das Land, geschweige denn war er vor seinem Dreh schon einmal in Mumbai gewesen. Seine beiden Hauptdarsteller kennt man nur aus dem TV-Bereich. Eigentlich alle Voraussetzungen für ein Nischenprodukt. Wie im Hause Buck, wo die Tochter den mittlerweile bekannten David Kross für des Vaters Kiezstudie "Knallhart" entdeckte, riet auch bei den Boyles der Nachwuchs dazu, sich unbedingt einmal Dev Patel anzusehen. Und es war eine gute Wahl.
Quelle: teleschau - der mediendienstEbenso wie Boyle kam der gebürtige Brite, der im April seinen 18. Geburtstag feiert, für die Dreharbeiten zum ersten Mal nach Indien. Er beherrscht die Leinwand. In seinem Blick gibt es so viel zu lesen. Ein Glücksgriff. Die andere Kinodebütantin, Freida Pinto, konnte sehr schnell von ihrer ersten Rolle profitieren. Blind und ohne Drehbuch verpflichtete sie bereits der Mentor von Scarlett Johansson, der nimmermüde Woody Allen. Das Buch, "Rupien! Rupien!", das dem Film zugrunde lag, stellte Drehbuchautor Simon Beaufoy vor eine schwere Aufgabe. Die Schwierigkeit war, aus zwölf zusammenhanglosen Kurzgeschichten eine Story zu machen, den Zuschauer von A nach B zu führen. Gleichzeitig musste ein Hin- und Herzappen von der Polizeiwache zum Fernsehstudio als Eckpunkte dazupassen. Der Mann, der das oscarnominierte Skript zur britischen Erfolgskomödie "Ganz oder gar nicht" schrieb, schaffte das Schwere so, dass es ganz leicht aussah. Er passte also ganz wunderbar in dieses Ensemble, in dem alles stimmte, jeder am richtigen Platz zu sein schien und sich demzufolge alles zum Guten fügte. Auch die Geschichte von Jamal? Möglich, wenn auch unwahrscheinlich. Dennoch sollte man wissen, dass man bei "Slumdog Millionär" lachen kann. Ansonsten verhält es sich genau andersherum wie bei der "Titanic". Damals, hieß es, waren alle Männer froh, als endlich das Schiff unterging. Beim Spiel um den Millionärsthron schiebt sich mit aller Macht die bollywoodreife Lovestory mehr und mehr in den Vordergrund. Immerhin fragt keiner: Geld oder Liebe? V:Prokino, GB / USA 2008, R: Danny Boyle, Loveleen Tandan, D: Dev Patel, Madhur Mittal, Freida Pinto u.a. Quelle: teleschau - der mediendienst |



